Veranstaltungen

Sehnsucht nach HEILung
Wunderglaube als Herausforderung

Reihe „Weltanschauungen im Gespräch“

19. bis 21. November 2018


Wildbad Rothenburg 

„Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben.“ So formulierte es vor vielen Jahren der bekannte evangelische Theologe Rudolf Bultmann. Heutzutage ist dies für Menschen überhaupt kein Problem, lebenspraktisch tun sie beides schon längst: Moderne Technik nutzen und gleichzeitig für Religion und die Geister- und Wunderwelt, nicht nur des Neuen Testaments, offen sein. Glaube und Wissen erscheinen heute eher als zwei verschiedene, einander nicht ausschließende Zugänge zur Wirklichkeit.
Die Offenheit gegenüber dem Wunderglauben hat in den letzten Jahrzehnten in Deutschland deutlich zugenommen: 2006 bekannte über die Hälfte der deutschen Bevölkerung, 56 Prozent, an Wunder zu glauben. Im Jahr 2000 waren es lediglich 29 Prozent. In der gegenwärtigen Religionskultur spielt der Wunderglaube in verschiedenen Suchbewegungen eine Rolle. Im pfingstlich-charismatischen Bereich gibt sich ein Hang zum Heilungsoptimismus zu erkennen, der im Übernatürlichen die Hilfe Gottes erwartet und vor allem in Wundern das Wirken des Heiligen Geistes erblickt. Anbieter der Esoterikszene gehen davon aus, dass außergewöhnliche Erfahrungen mit Hilfe von bestimmten Methoden und Praktiken prinzipiell möglich sind.
Die vierte Tagung der Reihe „Weltanschauungen im Gespräch“ be fasst sich mit den Suchbewegungen zwischen Heilung und Heil, zwischen Wunderglaube, Magie und Rationalität. Beiträge aus naturwissenschaftlicher Sicht, aus Soziologie, Ethnologie und Theologie ermöglichen einen Überblick über ein facettenreiches Gebiet unterschiedlicher weltanschaulich-religiöser Deutungen. Ein besonderes Angebot im Rahmen der Tagung ist die Begegnung mit Vertretern der pfingstlich-charismatischen Bewegung, der „Schule der Erweckung“, Füssen. Abschließend soll aus biblisch-theologischer Sicht der Frage nachgegangen werden, ob „Wunder“ für den christlichen Glauben wichtig sind und welche Bedeutung sie haben können.

Zur vierten Tagung der Reihe „Weltanschauungen im Gespräch“ laden wir alle an dieser Thematik Interessierten ein, besonders die Lehrkräfte aller Schularten, Erzieherinnen und Erzieher, Pfarrerinnen und Pfarrer, sowie alle Interessierten, die sich mit den Fragen und Anfragen an unseren eigenen Glauben auseinandersetzen.

Die Tagung in Kooperation mit dem Religionspädagogische Zentrum (RPZ) Heilsbronn wird verantwortet vom Landeskirchlichen Beauftragten für Sekten- und Weltanschauungsfragen der ELKB, Kirchenrat Dr. Matthias Pöhlmann, München


Zielgruppe:
Lehrkräfte, Religionslehrkräfte, Fachberater/ Fachberaterinnen, Schulpsychologen/Schulpsychologinnen, Pfarrerinnen/Pfarrer, Erzieherinnen/Erzieher, Interessierte an Weltanschauungsfragen

Programm und Anmeldung:
s. Flyer unten; Rückfragen direkt im Wildbad: Frau Petra Fell, Tel. 09861-9770

Kosten
Die Kosten betragen für die gesamte Tagung inkl. Übernachtung und volle Verpflegung:

129 EUR im Doppelzimmer
148 EUR im Einzelzimmer

98 EUR im Doppelzimmer für Studierende
125 EUR im Einzelzimmer für Studierende

16 EUR Tagungsteilnehmer ohne Unterkunft und Verpflegung

75 EUR Tagungsteilnehmer ohne Unterkunft mit Verpflegung

Die Gebühr wird bei Tagungsbeginn erhoben.

Anmeldeschluss: 9. Oktober 2018

Hinweis für Lehrkräfte:
Schularten: Alle Schularten
Fach/Bereich: Evangelische und Katholische Religionslehre

Der Lehrgang steht unter der Nr. 95-820 der Lehrerfortbildung in Bayern. Für Lehrkräfte an öffentlichen Schulen sichten sich Meldeverfahren, Zulassung und Kostenübernahme nach den Maßgaben der staatlichen Lehrerfortbildung. Meldungen von Lehren zu diesem Lehrgang sind mit dem amtlichen Formular der Lehrerfortbildung (www.rpz-heilsbronn.de/download/formb.pdf oder über BIBS (http://fortbildung.schule.bayern.de) auf dem üblichen Dienstweg an das Institut für Lehrerfortbildung in Heilsbronn zu richten. Anmeldeschluss bei FIBS ist der 09.10.2018.